Kettengehänge: vielseitige Anschlagmittel für das sichere Heben von Lasten

Kettengehänge gehören zu den wichtigsten Anschlagmitteln in der Hebetechnik. Sie ermöglichen das sichere Heben und Positionieren von Lasten. Kettengehänge bestehen aus robusten Rundstahlketten mit unterschiedlichen Strangzahlen und Güteklassen, die je nach Einsatzgebiet ausgewählt werden. Aufgrund ihrer hohen Tragfähigkeit und flexiblen Konfigurationsmöglichkeiten sind Kettengehänge in der Industrie, im Bauwesen und in der Logistik weit verbreitet.

Was sind Kettengehänge?

Kettengehänge gehören zu den wichtigsten Anschlagmitteln im Bereich der Hebe- und Fördertechnik. Sie dienen dem Heben von Lasten und werden überall dort eingesetzt, wo robuste, langlebige und flexible Lösungen gefragt sind.

Ein Kettengehänge besteht aus einer oder mehreren Anschlagketten, die über Verbindungsglieder mit einem Endbeschlag und Lasthaken verbunden sind. Je nach Ausführung können sie als 1-Strang, 2-Strang, 3-Strang oder 4-Strang Kettengehänge gefertigt werden.

Material und Güteklassen

Die Qualität eines Kettengehänges wird massgeblich durch die verwendete Kette bestimmt. In der Praxis kommen vor allem Rundstahlketten aus hochfestem Stahl zum Einsatz, die nach EN 818-2 oder EN 818-4 genormt sind. Diese Normen definieren die Anforderungen an Tragfähigkeit, Sicherheitsfaktor und Prüfverfahren.

Kettengehänge werden in verschiedenen Güteklassen angeboten, typischerweise Güteklasse 8 (GK 8) und Güteklasse 10 (GK 10). Je höher die Güteklasse, desto höher die zulässige Tragfähigkeit bei gleichem Nenndurchmesser. Ketten der Güteklasse 10 sind etwa 25 % belastbarer als Ketten der Güteklasse 8. Für besonders anspruchsvolle Anwendungen existieren zudem GK 12 Kettengehänge.

Kettengehänge Güteklasse 8

Ein Kettengehänge der Güteklasse 8 wird häufig in industriellen und handwerklichen Anwendungen eingesetzt. Die Anschlagketten der Güteklasse 8 bestehen aus Rundstahlketten mit hoher Festigkeit und Zähigkeit. Sie sind vielseitig einsetzbar, temperaturbeständig und für schwere Lasten geeignet. Entsprechend DIN EN 818-4 sind diese Kettengehänge mit einem Sicherheitsfaktor 4 versehen und erfüllen höchste Sicherheitsanforderungen beim Heben und Transportieren.

Kettengehänge Güteklasse 10

Kettengehänge der Güteklasse 10 (GK 10) zeichnen sich durch ihre besonders hohe Tragfähigkeit bei gleichzeitig geringerem Eigengewicht aus. Durch die Verwendung von hochfestem Spezialstahl bieten sie eine deutlich höhere WLL (Working Load Limit) und eignen sich ideal für anspruchsvolle Hebeaufgaben.

Kettengehänge GK 10 verfügen häufig über verkürzbare Stränge mit Verkürzungshaken oder Verkürzungsklauen, sodass sich die Nutzlänge individuell anpassen lässt. Diese Kettengehänge sind nach DIN EN 1677 geprüft und garantieren höchste Sicherheit bei dynamischer Belastung.

Aufbau und Varianten:
1- bis 4-Strang Kettengehänge

Kettengehänge sind in verschiedenen Ausführungen erhältlich, abhängig von der Zahl der Stränge:

1-Strang Kettengehänge: Ideal für das einfache Heben gerader Lasten.

2-Strang Kettengehänge: Bieten mehr Flexibilität bei ungleichmässiger Lastverteilung.

3-Strang Kettengehänge: Werden eingesetzt, wenn eine stabile Führung der Last erforderlich ist.

4-Strang Kettengehänge: Eignen sich hervorragend für das Heben schwerer Lasten mit mehreren Anschlagpunkten.

Komponenten und Anschlagmittel

Ein hochwertiges Kettengehänge besteht aus geprüften Anschlagketten, Lasthaken, Gabelkopfhaken und Verkürzungshaken. Optional können Verkürzungsklauen integriert werden, um die Nutzlänge individuell anzupassen.

Durch die Kombination dieser Komponenten entstehen verkürzbare Kettengehänge, die sowohl für den Einsatz als Krankette oder Krangehänge als auch für spezielle Hebeketten geeignet sind.

Normen und Sicherheit

Alle Kettengehänge müssen gemäss EN 818-4 gefertigt und geprüft werden. Diese Norm definiert die Anforderungen an Kettengehänge entsprechend ihrer Tragfähigkeit sowie den Sicherheitsfaktor 4.

Zusätzlich gilt die DIN EN 1677 für Verbindungselemente wie Haken und Schäkel.
Vor dem Einsatz sollten alle Kettengehänge regelmässig durch einen Sachkundigen geprüft werden, um die Sicherheit beim Heben von Lasten zu gewährleisten.

Tragfähigkeit und Einsatzgrenzen

Die zulässige Tragfähigkeit hängt von der Güteklasse, der Anzahl der Stränge und dem Neigungswinkel ab.

Beispiel: Ein 4-Strang Kettengehänge in Güteklasse 10 hat bei gleichem Kettendurchmesser eine höhere Tragfähigkeit als ein 2-Strang Kettengehänge der Güteklasse 8. Je höher die Güteklasse, desto geringer das Eigengewicht und desto effizienter der Lasttransport.

Anwendungsbereiche von Kettengehängen

Kettengehänge kommen in vielen Bereichen zum Einsatz, unter anderem in der Industrie, im Baugewerbe, bei Krananlagen, Werkstätten oder in Hebezeugen. Sie werden häufig als Kranketten oder Krangestänge verwendet und eignen sich für das sichere Heben und Positionieren von schweren Lasten.

Kettengehänge aus Edelstahl

Für spezielle Anwendungen, etwa in der Lebensmittel- oder Chemieindustrie, sind Kettengehänge aus Edelstahl erhältlich. Sie bieten Korrosionsschutz und sind unempfindlich gegenüber aggressiven Umgebungen.

Warum haben 3-Strang und 4-Strang Kettengehänge eine höhere Tragfähigkeit?

3-Strang und 4-Strang Kettengehänge verteilen das Gewicht der Last auf mehrere Stränge, wodurch die Tragfähigkeit steigt. Allerdings dürfen bei mehrsträngigen Gehängen maximal zwei Stränge gleichzeitig voll belastet werden, ein Grundsatz, der in EN 818-4 festgelegt ist.

Anschlagkette: sichere Verbindung beim Heben von Lasten

Eine Anschlagkette ist ein zentrales Element in der modernen Hebetechnik und wird häufig in Kombination mit Kettengehängen und weiteren Anschlagmitteln eingesetzt. Jede Anschlagkette der Güteklasse 8 oder Güteklasse 10 überzeugt durch hohe Tragfähigkeit, Verschleissfestigkeit und Sicherheit nach EN 818-4.

Ob als 1-Strang Anschlagkette für einfache Anwendungen oder als 4-Strang Anschlagkette für das Heben schwerer Lasten, die Anschlagkette gewährleistet eine stabile und zuverlässige Verbindung zwischen Last und Anschlagpunkt. Dank robuster Rundstahlketten und präziser Verarbeitung bietet sie in jeder Güteklasse ein Höchstmass an Sicherheit und Langlebigkeit.

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Fazit: Kettengehänge - robust, flexibel und sicher

Ob 1-Strang Kettengehänge für einfache Anwendungen oder 4-Strang Kranketten für das Heben schwerster Lasten. Kettengehänge zählen zu den robustesten und vielseitigsten Anschlagmitteln überhaupt.

Dank ihrer hochfesten Kettenglieder, genormten Güteklassen 8 und 10 sowie geprüften Komponenten wie Lasthaken und Gabelkopfhaken bieten sie maximale Sicherheit und Effizienz beim täglichen Heben und Transportieren.

Fragen & Antworten (FAQ) rund um Kettengehänge

Ein Kettengehänge ist ein Anschlagmittel zum sicheren Heben von Lasten. Es besteht aus einer oder mehreren Anschlagketten mit Lasthaken, die in verschiedenen Strangzahlen, von 1-Strang bis 4-Strang, erhältlich sind. Kettengehänge werden nach EN 818-4 gefertigt und sind besonders robust und hochfest.

Ketten der Güteklasse 10 (GK 10) haben eine höhere Tragfähigkeit als Ketten der Güteklasse 8 (GK 8). Sie sind etwa 25 % belastbarer bei gleichem Durchmesser und zugleich leichter. Beide Güteklassen erfüllen die Anforderungen nach DIN EN 818-4 und sind für das Heben schwerer Lasten zugelassen.

Ein 1-Strang Kettengehänge eignet sich für einfache, gerade Lasten. Ein 4-Strang Kettengehänge wird verwendet, wenn mehrere Anschlagpunkte vorhanden sind oder die Last ungleich verteilt ist. 3-Strang und 4-Strang Kettengehänge bieten mehr Stabilität und höhere Tragfähigkeit.

WLL (Working Load Limit) bezeichnet die maximal zulässige Tragfähigkeit eines Kettengehänges unter normalen Einsatzbedingungen. Dieser Wert wird nach EN 818-4 geprüft und berücksichtigt den Sicherheitsfaktor 4, der bei Anschlagketten und Kettengehängen verbindlich ist.

Ein verkürzbares Kettengehänge ist mit Verkürzungshaken oder Verkürzungsklauen ausgestattet, mit denen sich die Nutzlänge der Kette anpassen lässt. Dadurch kann das Kettengehänge flexibel an unterschiedliche Lastgrössen und Anschlagpunkte angepasst werden.

Kettengehänge unterliegen den Normen EN 818-4 für Ketten und DIN EN 1677 für Verbindungselemente wie Gabelkopfhaken oder Lasthaken. Diese Normen regeln die Sicherheitsfaktoren, die Kettenglieder-Geometrie und die Anforderungen an hochfeste Rundstahlketten.

3-Strang und 4-Strang Kettengehänge verteilen die Last auf mehrere Stränge, was die Tragfähigkeit erhöht. Laut EN 818-4 dürfen jedoch nur zwei Stränge gleichzeitig voll belastet werden. Dadurch bleibt die Konstruktion sicher und stabil, auch bei schweren Lasten.